Digitale Kommunikation – Fluch oder Segen?

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, mit diesem von insgesamt 5 Axiomen, versucht  der österreichische Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick, die menschliche Kommunikation zu erklären. Jede Kommunikation ist Verhalten und da man sich nicht nicht verhalten kann, schließt Watzlawick folglich daraus, dass man auch nicht nicht kommunizieren kann. (vgl. http://www.paulwatzlawick.de, 2014) Alle gesellschaftlichen Bereiche sind heute ausnahmslos von der Digitalisierung betroffen. Zweifelsohne hat dies dazu geführt, dass die Menschen ihr Verhalten entsprechend anpassen.

„Technologien sind Ausdruck gegenwärtiger gesellschaftlicher Verhältnisse, sie bündeln die gültigen Leitbilder und Diskurse und materialisieren Vorstellungen von der Art und Weise, wie wir arbeiten wollen beziehungsweise sollen. Im Umgang mit ihnen spiegeln sich Arbeitsbedingungen, Unternehmenskulturen, Führungsstile, Arbeitszeitregelungen, Kommunikationsweisen und die Anforderungen einer gewandelten Arbeitswelt.“  (Bundeszentrale für politische Bildung, 2016)

Durch die modernen Informations-und Kommunikationstechnologien hat sich die Art, wie wir kommunizieren signifikant gewandelt. Es zeichnet sich zunehmend eine Entwicklung weg von einer Face-To-Face-, hin zu einer computervermittelten Kommunikation ab. Dies bietet zunehmende Flexibilität, von der vor allem auch Unternehmen profitieren können. Raum-zeitliche Trennungen von Unternehmenspartnern stellen keine kommunikativen Hürden mehr dar. Durch Kommunikationskanäle wie Skype oder Facetime können Kosten sowie Zeit für die bis dahin notwendigen Geschäftsreisen eingespart werden, was zu einer nennenswerten Effizienzsteigerung führt. Zudem ermöglicht die Online-Kommunikation dem Arbeitnehmer eine flexible Arbeitsgestaltung. Wir wollen nun im folgenden Beitrag  die digitale Kommunikation in Unternehmen einer kritischen Analyse unterziehen.

Die digitale Kommunikation ermöglicht Unternehmen sich weltweit zu vernetzen und zu synchronisieren. Die grenzüberschreitende Kommunikation ins Ausland wird durch die Digitalisierung vereinfacht. Dies führte zu einer zunehmenden Intensivierung der Zusammenarbeit mit ausländischen Firmenpartnern. Gleichzeitig fordert dies jedoch eine stärkere interkulturelle Kompetenz der Mitarbeiter. Die Kommunikation mit Menschen aus anderen Kulturen und Sitten kann bei fehlender interkultureller Sensibilität zu Verständigungsschwierigkeiten führen. Hierbei bleiben Missverständnisse und Unklarheiten oft nicht aus. Um zielführende und kooperative Konversationen sicherzustellen, müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter entsprechend schulen. Länderspezifisch angepasste Newsletter und Websites sind des Weiteren zielführende Maßnahmen. (vgl. Kielholz, 2008, 33)

Digitale Medienformate wie das Intranet werden seitens der Unternehmensleitung eingesetzt um zeitnah aktuelle Informationen unternehmensweit zu platzieren. Führungskräfte als auch Unternehmensleitung haben die Möglichkeit unabhängig von zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten die Kommunikation zu Ihren Mitarbeitern aktiv zu gestalten. Es ist dabei gewährleistet, dass die zu vermittelnden Inhalte für jedermann verfügbar sind. Freiräume zur eigenen Interpretation und individueller Auslegung entstehen somit kaum. Auch können Mitarbeiter über entsprechende Unternehmensforen ihre Meinungen und Anregungen sachgerecht jederzeit übermitteln. Hemmschwellen in der Kommunikation reduzieren sich dadurch. Für neue Kollegen bieten Intranetplattformen eine erste Orientierung über Strukturen, Ansprechpartner und Prozesse. Kollegen werden somit vom alltäglichen entlastet und können sich auf wesentliche Inhalte bzgl. des Integrationsprozesses neuer Kollegen fokussieren.

Die Vernetzung von Smartphone und Email-Account erzeugt bei den Akteuren zunehmend Stress. Die ständige Erreichbarkeit und die auf ihn einprasselnde Informationsflut haben jedoch noch weitere Auswirkungen. Es gestaltet sich zunehmend schwierig aus der Fülle der Informationen die wichtigen und notwendigen Informationen herauszufiltern. Aufmerksames Lesen ist hier gefordert. Wird diese Sorgfalt vernachlässigt, kann es dazu führen, dass wichtige Details übersehen werden. Wie können sich Sender und Empfänger im digitalen Kommunikationsprozess verhalten, damit man diesen Teufelskreis aufbrechen kann? Ein erster zielführender Schritt wäre die bedachte und sorgsame Auswahl der Adressaten durch den Sender. Dies könnte die Fülle an Informationen verringern. Zudem sollten Emails präzise, auf die wesentlichen Fakten reduziert, verfasst und unnötige Anhänge vermieden werden. (vgl. ebd. 30)

Missverständnis oder Klarheit? – eine kritische Betrachtung digitaler Kommunikationsprozesse

In einer Face-To-Face-Kommunikation haben beide Gesprächspartner die Möglichkeit, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und zur richtigen Interpretation beizutragen. Durch nonverbale Kommunikationsformen wie Mimik und Gestik können Sender sowie Empfänger Reaktionen und Gefühlslagen einfacher wahrnehmen und entsprechend darauf reagieren. Durch die Online-Kommunikation fällt diese physische Interaktion weg, was häufig zu Fehlinterpretationen und Missverständnissen führen kann. In jeder Online-Nachricht spielt der Sachinhalt-wie der Beziehungsaspekt eine tragende Rolle. Wenn nonverbale Gesprächssituationen fehlen, erschwert dies folglich die korrekte Interpretation des Beziehungsaspektes. Der Empfänger interpretiert die Botschaft also gemäß seiner aktuellen Stimmung, Erfahrungen und seines Vorwissens. (vgl. ebd. 15f.) Das Nachfragen und sich Vergewissern seitens des Senders, ob die Sachinhalte richtig verstanden und interpretiert wurden, darf durch die Schnelllebigkeit in der Online-Kommunikation nicht abhandenkommen. Eine Korrektur von Missverständnissen und Unklarheiten im Nachhinein bedarf wahrscheinlich mehr Zeit, als eine zur Klärung zusätzlich benötigte Kommunikation zu Beginn der Konversation. Es müssen auch in der Online-Kommunikation die drei Ebenen (syntaktische, semantische und pragmatische Ebene (vgl. aus den Vorlesungsunterlagen Organizational Behavior, 02Kommunikation_WS_2016_17.pdf, S.3) der Informationsübertragung erfüllt sein, damit ein erfolgreicher und zielführender Kommunikationsprozess erreicht werden kann.

Andererseits schafft die online-Kommunikation zweifelsfrei Verbindlichkeiten und Klarheit für die Akteure. Eine automatisierte Archivierung von Inhalten und deren zeitlichen Verläufen in der Kommunikation schafft für die Akteure vor allem Transparenz und Nachhaltigkeit. Über einfache Suchalgorithmen kann zeitnah und effizient bereits Kommuniziertes recherchiert und mit aktuellen Inhalten abgeglichen oder ergänzt werden. Dies ist vor allem bei komplexen Themen in einer globalisierten Welt ein bedeutender Vorteil um Prozesse, Abläufe und Zielvorstellungen eindeutig und für alle Beteiligten transparent nachhalten zu können. Die Archivierung digitaler Daten kann jedoch auch ganz neue Formen der Wirtschaftskriminalität hervorrufen. Die Überwachung von Zugriffen sowohl interner als auch von externen (Hackern) Stellen auf sensible digitale Daten bedarf höchster Priorität. Der Absicherung digitaler Systeme befassen sich heutzutage eigene Abteilungen und Experten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Unternehmen aus unterschiedlichsten Perspektiven heraus von der Digitalisierung des Arbeitsmarktes im Wesentlichen profitieren. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen und Probleme, die Unternehmen dazu zwingen Strukturen und Ausgestaltungsformen zu transformieren, damit eine zielführende und erfolgreiche Kommunikation generiert werden kann.

Die Frage stellt sich wieviel digitalisierte Kommunikation in unserer Arbeitswelt notwendig ist um erfolgreich den globalisierten Anforderungen gerecht zu werden. Im Gegensatz hierzu in welchem Maße weiterhin die soziale Komponente in der Kommunikation beibehalten werden sollte?

Wir freuen uns über euer Feedback und eine rege Diskussion.

 

Quellen:

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15 Kommentare zu „Digitale Kommunikation – Fluch oder Segen?

  1. Hallo liebes Blogteam,
    ein interessanter Eintrag, der das Thema der digitalen Kommunikation und deren Herausforderungen gut aufzeigt. Ich stimme euch zu, dass durch die neue Art der Kommunikation eine Effizienzsteigerung mit sich bringen kann, da Raum und Zeit keine Hemmnisse mehr für eine Kommunikation darstellen. Internationale – und auch nationale – Unternehmenspartner können sich über Videokonferenzen oder Skype zu einem Meeting verabreden, dort wichtige Themen besprechen und müssen nicht extra eine Geschäftsreise antreten. Jedoch finde ich es trotz allem weiterhin wichtig, den persönlichen Face-to-face Kontakt nicht komplett entfallen zu lassen. In einer Videokonferenz ist es möglich die vier Kommunikationsebenen einer Nachricht (nach Schulz von Thun) zu erkennen. Die Beziehungs- und Selbstoffenbarungsebene, die in schriftlichen Konversationen durch fehlende Körperspräche und Mimik zu Missverständnissen führen kann, sind durch die Videoübertragung erkennbar. Trotzdem denke ich, dass ein Geschäftskontakt, der – zu Beginn – mit einem persönlichen Face-to-face Kontakt begonnen hat, eine noch bessere Grundlage bietet, um erfolgreiche Beziehungen zu schaffen und eine gute Zusammenarbeit zu garantieren.

    Grüße Patricia

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  2. Liebe Patricia,

    vielen Dank für dein Feedback. Ich sehe das ähnlich wie du. Gerade am Anfang einer Geschäftsbeziehung ist das Aufbauen von Vertrauen sehr wichtig. Im Rahmen von Face-To-Face- Interaktionen (bspw. einem Geschäftsessen) kann die soziale Komponente weitaus besser integriert werden. In vielen Kulturen ist der soziale Kontakt im Unternehmensalltag von besonderer Bedeutung und gilt als selbstverständlich. Es ist an dieser Stelle interessant, wie andere Kulturen mit der Entwicklung des Kommunikationsprozesses weg von Face-To-Face hin zu digitaler Kommunikation umgehen und wie die Akzeptanz demgegenüber ist?

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  3. Hallo liebe Blogger,

    ein sehr gelungener Beitrag. @Verena, du greifst einen sehr wichtigen Aspekt auf. Digitalisierung kann den Internationalisierungsprozess beschleunigen und unterstützen, aber Internationalisierung implementiert auch immer kulturelle Vielfalt. Vor allem das Führen von virtuellen Teams beeinhaltet oft Herausforderungen, an die man im Vorfeld gar nicht denkt. Beispielsweiße müssen Beziehungen aufgebaut werden und dazu müssen kulturelle und berufliche Hintergründe verstanden werden. Es muss Vertrauen und Commitment geschaffen werden.

    Da die Zusammenarbeit über Distanz erfolgt, ist der direkte zwischenmenschliche Kontakt stark begrenzt und vertrauensbildende Maßnahmen müssen hauptsächlich auf elektronische Weise erfolgen. Dies kann zu interkulturellen Problematiken innterhalb des Teams beitragen. Dies gilt vor allem für Personen aus High-Kontext-Kulturen, für die zwischenmenschlicher Austausch und Nähe wichtig sind. Ich denke, dass die Entwicklung des Kommunikationsprozesses sich länderunterschiedlich Entwickeln wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass es mit Personen aus manchen Kulturen schwerer ist zusammen zu arbeiten, da sie dieser Form von Kommunikation einfach weniger Akzeptanz gegenüber bringen.

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    1. Liebe Katharina,

      ich bin auch der Meinung, dass die Zusammenarbeit „hauptsächlich auf elektronische Weise“ bei internationalen Gruppen zu vielen Problemen und Missverständnissen führen kann. Deswegen ist es wichtig den Prozess der Teambildung nach Tuckman zu berücksichtigen und hauptsachlich die Forming- und Norming-Phase so zu gestalten (beeinflussen), dass man den zukünftigen interkulturellen Problemen durch u.a. off the job Maßnahmen vorbeugt (vgl. Web). Obwohl ein Face-to-face Treffen eigentlich kostspielig und nicht immer möglich ist, denke ich, dass es eine gute Lösung für dieses Problem ist. Durch ein z.B. gemeinsames Treffen könnten die Mitglieder des virtuellen Teams sich genauer kennenlernen und dementsprechend in der Zukunft besser kommunizieren.

      Web: Tuckman Phasenmodell. http://teamentwicklung-lab.de/tuckman-phasenmodell [06.11.2016]

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  4. Liebes Team organisation1216,

    vielen Dank für den interessanten Beitrag zum Thema Digitale Kommunikation – Fluch oder Segen?

    Ich teile eure Meinung, dass Online-Kommunikation durch fehlende menschliche Interaktion und nonverbale Kommunikationsformen zu Fehlinterpretationen und Missverständnissen führen kann.

    Aus persönlicher Erfahrung sind mir Kommunikationsschwierigkeiten durch Tippfehler, Autokorrektur, Abkürzungen etc. bei einer digitalisierten Mensch-zu-Mensch-Kommunikation nur zu gut bekannt. Nicht zuletzt bei privater Nutzung von WhatsApp oder Facebook. Emojis können hierbei hilfreich sein um Stimmungen zu verdeutlichen, Gesagtes zu unterstreichen und Interpretationsspielraum zu reduzieren.

    Bei flachen Hierarchien und einem lockeren Umgang mit Kolllegen und Vorgesetzten, wie zum Beispiel bei Startups und jungen Unternehmen ist dies auch im Berufsalltag problemlos möglich.

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  5. Liebe Blogger,

    Danke für euren Interessanten Beitrag und eure Kommentar. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass im internationalen Kontext die Digitalisierung der Kommunikation einen sehr positiven Effekt bietet, aber eben auch die Gefahr der Missinterpretation.
    Beispielsweise bekommt man von Amerikanern teilweise keine oder nur sehr kurze Antworten. Für den Deutschen natürlich äußerst unhöflich- aber meint das der Amerikaner wirklich so? Oder wurde in den USA schon erkannt, dass man unnötige E-Mails sparen kann?
    Wie könnte man das in den Unternehmen am besten machen, damit jeder die Kulturellen Etikette des Anderen weiß?

    Gruß
    Nicole

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    1. Hi Nicole,

      für international agierende Unternehmen, ist es unabdingbar, interkulturelle Trainings für ihre Mitarbeiter anzubieten, um genau die von Dir angesprochenen Missverständnisse zu vermeiden. Es gibt unterschiedlichste Trainingsmethoden, um das Bewusstsein über anderskulturelle Einstellungen, Werte usw. zu schulen.

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  6. Liebes Blogteam,

    ich finde euren Blogbeitrag sehr aufschlussreich und es werden verschiedene Perspektiven beleuchtet.
    Ich kann mich eurer Darstellung, dass die Online-Kommunikation zu einigen Hindernissen hinsichtlich der richtigen Auffassung des „Gesagten bzw. Geschriebenen“ führt anschließen, denn es fehlt schlichtweg die zwischenmenschliche Ebene. Beispielsweise werden per Mail oftmals reine Sachinformationen versendet und der eine Typ Mensch fasst diese in kurzer prägnanter Weise zusammen. Ist es der Fall, dass sich die beiden Interaktionspartner nicht kennen und somit nicht wissen, wie der andere tickt, kann es passieren, dass der Empfänger dies evtl. als unfreundlich interpretiert. Denn dieser legt möglicherweise darauf Wert, dass die eigentliche Nachricht schön verpackt wird und sich nicht bewusst ist, dass sein Kommunikationsgegenüber einfach von der menschlichen Art so agiert. Daher stimme ich der Meinung von Katharina Kalmes zu, dass es wichtig ist, dass Vertrauen und Commitment durch verschiedene Maßnahmen geschaffen wird. Kommunikationspartner die häufig digital miteinander interagieren finde ich es gut, wenn auch ein gemeinsames Treffen stattfindet um sich kennenzurlernen.

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  7. Dear Group 12,

    I found your article very interesting. Thank you.
    I also read the comments you received so far and I can only agree with the majority of them. Misunderstanding and making mistakes are in the human DNA. It´s true, communicating through technological devices, that cannot show our real feelings, can be difficult and make some processes more complex.
    Regarding a global business, I would think about special trainings, where employees would be able to learn how to communicate using non face-to-face devices. This would mean also studying – or at least knowing – the different cultures, with which the company is working. This is aim to reduce misunderstanding and waste of time.

    Thank you,
    Have a nice evening

    Nina Russ

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  8. Liebes Blogteam,
    danke für euren interessanten Beitrag. Auch ich schließe mich den Kommilitonen an und denke, dass gerade in der globalisierten Welt es nicht viele andere Möglichkeiten gibt, als über die digitalen Medien zusammenzuarbeiten. Falls Zeit und Budget es zulassen, bin ich jedoch der Meinung, dass ab und zu persönliche face-to-face Meetings notwendig sind, um Herausforderungen und Probleme z.B. eines Projektes zu besprechen und um eine bessere Zusammenarbeit des Teams zu ermöglichen.
    Den Punkt der interkulturellen Trainings möchte ich aufgreifen, da diese unabdingbar sind, wenn unterschiedliche Kulturen ohne Missverständnisse zusammen arbeiten wollen. Alle Kulturen haben unterschiedliche Vorstellungen von der Hierarchie zwischen Chef und Mitarbeiter, unterschiedliche Zeitvorstellungen oder präferiren Small-Talk oder Gespräche über private Erlebnisse (z.B. mit der Familie), bevor es in einer E-Mail erst überhaupt zu Gesprächen über die Arbeit kommen kann.
    Was denkt ihr, wie können diese interkulturellen Trainings aussehen, so dass der Schwerpunkt auf der Kommunikation in der digitalen Arbeitswelt liegen kann?

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  9. Hallo,
    interessant wie hier im Artikel das Thema der interkulturellen Missverständnisse angesprochen und in den Kommentaren weiterverfolgt wurde. Auch ich bin der Meinung, dass interkulturelle Faktoren ein großes Hemmnis bei Kommunikation sein und zu Schwierigkeiten führen können. Wie ihr schon angesprochen habt, ist es wichtig die verschiedenen Mitarbeiter diverser Kulturen gegenseitig füreinander zu sensibilisieren. Projekte wie die Globe Study bieten Ansatzpunkte, die in interkulturellen Trainings vertieft werden sollten. In dieser Studie wurden weltweit Führungsstile und Verhalten in Organisationen untersucht und verschiedene Dimensionen wie besipielsweise Machtdistanz oder institutioneller Kollektivismus wurden länderspezifisch bewertet. (https://www.youtube.com/watch?v=EcrFudqIGr4)
    Durch Critical Incidents ( https://www.norquest.ca/NorquestCollege/media/pdf/centres/intercultural/CriticalIncidentsBooklet.pdf) können durch Fallbeispiele in Trainings die Teilnehmer für interkulturelle Unterschiede und Eigenheiten sensibilisiert werden.
    Überwindet man die Hindernisse der interkulturellen Kommunikation kann durch kulturübergreifende globale Zusammenarbeit neues Potential entstehen. Die Bereicherung der Kommunikation, die uns mit Hilfe der digitalen Transformation dadurch gegeben ist, ist also meiner Meinung nach größer als die interkulturellen Problematiken die sie mit sich bringt.

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  10. Das ist eine sehr gute Frage, Hanna.

    Letztendendes kommt es dabei ganz darauf an, wie groß und wie fluktuativ die Geschäftskontakte im Ausland überhaupt sind.

    Wir wissen alle, dass die Attributszuschreibung von bestimmten Vorlieben und Erwartungen über ganze Kontinente hinweg keienswegs die Realität abbilden und alleine aus Praktikabilitätsgründen mit einem hohen Fehlergehalt behaftet sein müssen um möglichst große Gruppen bilden zu können.

    Sind die Menschen, mit denen man Kontakt hat, also relativ konstant und eine überschaubare Gruppe sind Reallife-Treffen einem standardisierten Coaching bei weitem überlegen. Man lernt eben wirklich die Individuen kennen. Das ist durch keinen Workshop zu ersetzen. Die Kosten dafür dürften sich darüber hinaus auch auf einem ähnlichen Niveau befinden.

    Bei wechselnden Partnern oder sehr großen Gruppen muss aber ein generelles Verständnis für den „Durchschnittsbürger“ des entsprechenden Kulturgebiets gewährleistet werden und dafür sind solche Trainings eben geschaffen.

    Wenn die Mitarbeiter ohnehin keine Reallife-Kontakte haben lohnt es sich bei einem solchen Coaching, insbesondere die Auswirkung der kulturellen Differenzen auf Textkommunikation zu beziehen und dementsprechend Verhaltensregeln festzulegen. Letztenendes sollte dies ein wesentlich einfacherer Workshop sein als das vollumfängliche Wissen über zu beachtende Körpersprache, Begrüßungsformen, Augenkontakt, Respektzollung etc.

    Ich hoffe, das konnte deine Frage beantworten? Vielen Dank dafür!

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    1. Hallo Bert,
      ich denke du beleuchtest in deiner Erklärung zu stark den Aspekt Kundenkontakt. Natürlich sind für diesen Face-to-Face-Meetings unabdingbar, jedoch zielt der Artikel mMn. primär auf die Interaktion zwischen den Mitarbeitenden eines Unternehmens ab und dort muss man die ganze Geschichte differenzierter betrachten.
      Denn wie ich auch schon persönlich in meinem Unternehmen erfahren durfte, sind selbst persönliche Face-to-Face-Meetings nur in einem bestimmten Rahmen effizient und erstragreich und zudem sehr kostenintensiv, vor allem wenn man ein ganzes Team zusammenbringen will. Virtuelle Besprechungsräume sind in dieser Hinsicht weit effektiver, da in diesem Fall die visuelle Komponente gegenüber einem Telefonat oder einer Email ebenfalls nicht verloren geht.
      Zum Thema interkulturelle Trainings möchte ich sagen, dass auch hier weniger Probleme vorherrschen als es die Theorie vorgibt. Natürlich sollte man bestimmte Dinge nicht tun oder machen, aber für diese benötigt man kein spezielles Trainig, sondern zumeißt nur einen gesunden Menschenverstand. Denn im Kontext der Arbeit muss, um Lösungen zu generieren, unabdingbar aufeinander zugegangen werden.
      Über Anregungen und Gedanken dazu wäre ich euch sehr dankbar.
      Viele Grüße,
      Benedict

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      1. Hallo Benedict, vielen Dank für deine Kritik.
        Ich stimme dir zu, dass auch bei Face-to-Face-Meetings keine 100%-Garantie für absolute Effizienz vorliegt. Auch wenn alle Stakeholder an einem Tisch sitzen, heißt dies nicht, dass sämtliche Missverständnisse ausgeschlossen werden können. Allerdings ist es meiner Meinung nach doch wahrscheinlicher, effizient zum Ziel zu kommen. Auch eine Videokonferenz bietet einen Vorteil gegenüber dem schriftlichen bzw. dem telefonischen Kontakt, da hier die meisten Mimiken und Gestiken aufgefangen werden können, allerdings nicht alle.

        Aus meiner Sicht sollte man die Teammitglieder persönlich kennen – vor allem bei internationalen und somit kulturellen Unterschieden. Oftmals reicht ein kleiner Smalltalk am selben Tisch aus, um dann mit voller Harmonie an die Arbeit zu gehen.

        Zum Thema Training: Du hast recht, oftmals sollte ein gesunder Menschenverstand ausreichen, um sich gegenseitig zu verstehen, allerdings sollte man hierbei die kulturellen Unterschiede nicht unterschätzen.

        Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen

        Besten Gruß

        Stefan

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